Ingrid Blecher, die Mutter aller Hexentreffen, wurde am 31. Januar 2026 in der Siegerlandhalle geehrt und gebührend gefeiert. 130 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland und einige Prominenz aus den Verbänden kamen zusammen, um Ingrid hochleben zu lassen.

Ingrid Blecher begann ihre fliegerische Laufbahn bereits im Alter von 16 Jahren auf dem Flugplatz Eisernhardt bei Siegen. Später stellte sie mehrere Segelflugrekorde auf und engagierte sich intensiv für Chancengleichheit und bessere Förderstrukturen für Frauen im DAeC. Ziel des ersten Treffens war es, Segelfliegerinnen zu vernetzen und ihre Mitwirkung in Ausbildung, Sport und Verbänden zu stärken.

DAeC Präsident Claus Cordes und VDP Präsidentin Heike Käferle überreichten Ingrid Blecher eine gravierte Glastrophäe für ihre wegweisende Initiative, die seit fünf Jahrzehnten Segelfliegerinnen bzw. Luftsportlerinnen aus ganz Deutschland zusammenführt.

Ein weiterer Höhepunkt der Ehrung war die Verleihung der Goldenen Ehrenplakette des Aeroclub NRW durch den Präsidenten des Landesverbandes, Volker Engelmann. Er ließ es sich nicht nehmen, das Hexentreffen und seine Begründerin, Ingrid Blecher, gebührend zu würdigen:  Luftsport verbindet Generationen – sein Credo..  Er betonte, wie Ingrid mit ihrem Engagement und ihrer Tatkraft gezeigt habe, dass es möglich ist, neue Wege zu gehen und Herausforderungen zu meistern. Seine Worte: „Sie haben nicht gefragt, ob es passt. Sie haben gezeigt, dass es geht.“

Das Hexentreffen gab einen schönen Rahmen für die Ehrung von herausragenden Pilotinnen. Guadalupe Gozalo Aguet wurde der Agathe-Gerdes-Preis verliehen und Ingrid Hopman erhielt die goldene Hexe.

Es gab jede Menge spannenden Input:

  • Paula Winterstein erzählte von ihrem aufregenden Abenteuer in Benalla, Australien. Dort unterstützte sie als Fluglehrerin gemeinsam mit vier weiteren Pilotinnen, darunter auch Jutta Scholz (VDP), das Midweek-Fliegen im Gliding Club of Victoria.  Ein tolles Frauen-Fünferteam aus Fluglehrerinnen, einer Schlepppilotin und der Bodenmannschaft – sie kamen aus ganz Deutschland, kannten sich vorher noch nicht und mussten erst einmal zusammenwachsen. Die Erwartungen waren hoch, die Erfahrungen neu und unglaublich spannend.  Einen Flugbetrieb in Down Under zu organisieren, war eine echte Herausforderung, aber auch eine super lehrreiche Erfahrung.
  • Emily Eberhardt, Physikstudentin, und Michelle Gottfried, Maschinenbaustudentin an der TU Darmstadt, sind zwei engagierte Messpilotinnen und Segelfliegerinnen der Akaflieg Berlin und Akaflieg Darmstadt.  Sie haben das Flugleistungsvermessungsverfahren der Idaflieg vorgestellt, das eine spezielle Formation aus zwei Segelflugzeugen nutzt, um die Flugleistung präzise zu messen.  Für diese Messungen sind absolut ruhige Luftverhältnisse unerlässlich.  Die beiden Pilotinnen checken daher die Wetterdaten um 4:50 Uhr und stehen um 5:00 Uhr auf.  Ist die Bewölkung zu tief, bei 600 Metern zum Beispiel, ist das kein geeignetes Wetter für die Messung und sie können entspannt weiterschlafen. Beide machten das Auditorium mit Faszination und Anspruch der physikalischen Forschung auf witzige Weise bekannt.
  • Minimierung des Außenlandungsrisikos beim Streckenflug – ein Leitfaden des Fluglehrers Axel Schumacher – nicht nur für das Siegener Bergland von hoher Relevanz.
  • Checklisten machen keine gute Piloten – aber gute Piloten nutzen sie: Airliner-Pilot Tino Janke führte das deutlich vor Augen und gab praxistaugliche Anleitungen. Checklisten helfen, die Anzahl der Fehler zu minimieren, sie erhöhen die Betriebssicherheit, schafft mehr Kapazität für das Fliegen und senkt das Unfallrisiko
  • Schließlich hieß es von Rosi Ulrich: Let’s talk about – Ver- und Entsorgung bei langen Flügen. Wie geht Frau mit menschlichen Bedürfnissen in der Luft – fern von Kiosk und Toilette – um? Das Thema Entsorgung ist oft ein bisschen heikel. Rosi hat ihre Erfahrung aber so locker und beeindruckend erzählt, dass man gar nicht anders konnte, als zuzuhören.  Sie hat dabei von ihrenLangstreckenflüge im Doppelsitzer in Namibia berichtet, die oft 8 Stunden und länger  dauern, und mit atemberaubenden Bildern die Schönheit der Landschaft gezeigt.  Ver- und Entsorgung sind eben wichtig, damit solche Hochleistungsflüge von 1.000 km und mehr, teilweise in großen Höhen, überhaupt möglich sind. Die Pilotinnen scheinen übrigens die Windel zu präferieren. Mehr Details sollen in den VDP Nachrichten 2026/27 veröffentlicht werden.

Das Galamenü war einfach köstlich und hat den Abend perfekt abgerundet.  Es war so schön, sich mit alten Freundinnen auszutauschen und neue Bekanntschaften zu knüpfen.  DJ Tim sorgte mit seiner gelungenen Musikauswahl für die ausgelassene Stimmung. Der Abend war lang und voller Lachen.  Ein großes Dankeschön an die Organisatorinnen für dieses gelungene Jubiläumstreffen!