Die erste Pilotin Bayerns: Flugpionierin Christl-Marie Schultes

In den 1920er und 1930er Jahren entdeckten auch zahlreiche Frauen die Sportfliegerei, obwohl ihnen gesellschaftliche und finanzielle Hürden im Weg standen. Zu den bekanntesten deutschen Pilotinnen zählte Christl-Marie Schultes, die als erste Fliegerin Bayerns galt. Trotz familiärer Widerstände erwarb sie 1928 heimlich ihre Fluglizenz und wurde bald für ihre waghalsigen Kunstflüge bekannt. Ihre Karriere wurde durch einen Flugunfall 1931, bei dem sie ihr Bein verlor, jedoch nicht beendet. Sie engagierte sich weiterhin für die Fliegerei, gründete eine eigene Zeitschrift und setzte sich für die Anerkennung von Pilotinnen ein. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte sie, half während des Zweiten Weltkriegs Flüchtlingen und Kindern, wurde jedoch verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert. Nach Kriegsende kämpfte sie vergeblich um Wiedergutmachung und Anerkennung. Trotz ihres bedeutenden Lebenswerks geriet sie in Vergessenheit und starb 1976 verarmt. Seit 2014 erinnert ein Weg in München an sie.

Hier der Filmbericht über sie

20. Juni 2021Historie